Ort:

Rhein-Main-Region

Wer:

  • Regionale Arbeitsgruppe Rhein-Main innerhalb des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.
  • gegründet 1998
  • Finanzierung der Projekte durch Spenden und Fördergelder
Was:

Die Regionale Arbeitsgruppe Rhein-Main des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. engagiert sich mit vielfältigen Veranstaltungen für die Aufarbeitung von NS-Diktatur und SED-Regime sowie für eine demokratische Gegenwart.

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Regionale Arbeitsgruppe Rhein-Main - Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.

Mit den Darmstädter Anne-Frank-Tagen erreichte sie im Herbst 2010 viele Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus: die Regionale Arbeitsgruppe Rhein-Main des bundesweit tätigen Vereins gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. Dabei hatte die 1998 gegründete lokale Initiative klein angefangen – und ist heute zwischen Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und Darmstadt ebenso präsent wie vielfältig eingebunden.

Wir arbeiten mit sehr vielen Organisationen und Einrichtungen vor Ort partnerschaftlich zusammen. Und auch Menschen, die nicht Mitglied bei uns sind, sind für die Mitarbeit herzlich willkommen – der Verein ist ja kein Selbstzweck.“ Für Andreas Dickerboom, Sprecher der Regionalen Arbeitsgruppe, und seine Kolleginnen und Kollegen zählt vor allem der gemeinsame Wunsch, sich für das Erinnern an NS-Terror und SED-Diktatur einzusetzen. Und dem sind in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Veranstaltungsreihen und Initiativen entsprungen: von Filmvorführungen, wie zum Beispiel „Der Jude mit dem Hakenkreuz“ von Mathias Haentjes mit Lorenz Beckhardt, bis zu Gesprächen mit Zeitzeugen, von Buchlesungen zum Thema Jugendwerkhöfe in der DDR bis zu Ausstellungsprojekten.

Begonnen hatte das Engagement aus den Reihen von Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. im Ballungsgebiet Rhein-Main 1998, als Geesche Hönscheid und die inzwischen verstorbene CDU-Politikerin Hanna-Renate Laurien in Mainz eine lokale Initiative unter dem Dach der Bundesvereinigung anstießen. Ein prominenter Aufruf –dem bis heute rund 120 Bürgerinnen und Bürger folgten, darunter auch mancher Abgeordnete und Würdenträger aus der Region. „Teilweise hat es sich auch ganz zufällig ergeben, wie neue Mitstreiter zu uns gestoßen sind. Man hat sich zum Beispiel bei einer Gedenkstättenfahrt kennengelernt und festgestellt, dass man im selben Bundesverein Mitglied ist“, so Dickerboom, der selbst vor sieben Jahren zu der Gruppe stieß.

Die Prominenz des Vereins und eines Teils seiner Mitglieder ist sicherlich in mancher Hinsicht hilfreich – die Arbeit jedoch wird von den Engagierten vor Ort gemacht. So auch bei den Darmstädter Anne-Frank-Tagen, einer Initiative der Regionalen Arbeitsgruppe, für die sich vor allem Dickerbooms Stellvertreter Klaus Müller einsetzte. „Ein so großes Projekt ist für uns als Ehrenamtler natürlich nicht ständig möglich, das war schon etwas Besonderes“, so Dickerboom über das Mammut-Projekt, das ein Jahr Vorbereitung erfordert hatte. „Was eigentlich noch zu wenig Zeit war.“ Einen breiten Kreis aus Trägern und Unterstützern hatte man gewinnen können, darunter das Anne-Frank-Zentrum in Berlin, dessen Wanderausstellung „Anne Frank – eine Geschichte für heute“ den Kern des breiten Veranstaltungsprogramms bildete. Die Station Darmstadt war 2010 die erfolgreichste für die Ausstellung – über 4.000 Besucherinnen und Besucher wurden gezählt, darunter viele Schüler.

Dieser Erfolg, der auch das umfangreiche Angebot an Lesungen, Vorträgen und Workshops einschließt, wird nicht ohne Folgen bleiben. Der Bekanntheitsgrad der Regionalen Arbeitsgruppe ist durch die Veranstaltungsreihe so weit gestiegen, dass nun die Gründung einer eigenen Darmstädter Sektion für den Raum Südhessen ansteht, dem Klaus Müller vorstehen wird. „Wir haben hier ein sehr großes Einzugsgebiet, da macht das Sinn.“ Und noch etwas ist dem Sprecher der Arbeitsgruppe und seinen Kolleginnen und Kollegen wichtig für die Zukunft: „Wir müssen auch an aktuelle Themen ran, Migration zum Beispiel oder auch das Thema Mobbing. Und natürlich ist es schwierig, sich zu solchen Themen zu positionieren.“ Doch auch das gehöre zur Frage dazu, was Demokratie sei.

04.01.2011

Foto: RAG Rhein-Main von Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.

Eröffnung der Anne-Frank-Tage in Darmstadt 2010 durch den Projektleiter und stellvertretenden Vorsitzenden der Regionalen Arbeitsgruppe Rhein-Main, Klaus Müller; © RAG Rhein-Main, Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.
Eröffnung der Anne-Frank-Tage in Darmstadt 2010, Redner Joachim Gauck; © RAG Rhein-Main, Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.
Schülerinnen lesen aus dem Tagebuch der Anne Frank; © RAG Rhein-Main, Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.
Die Regionale Arbeitsgruppe Rhein-Main, von links nach rechts: Karl Saulheimer, Fee Fleck, Geesche Hönscheid, Ingrid Kerz-Rühling, Klaus Müller, Andreas Dickerboom; © RAG Rhein-Main, Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.
Dr. Hans-Jochen Vogel wurde 2010 auf Anregung Klaus Müllers nach Mörfelden-Walldorf eingeladen und hielt dort einen Vortrag zum Thema "Wir sind ein Volk - Rückblick und Ausblick im 20. Jahr der Wiedervereinigung". Von links nach rechts: Peter Härtling, Klaus Müller, Hans-Jochen Vogel, Heinz-Peter Becker; © Bernd Houy
Klaus Müller und die Guides der Anne-Frank-Tage mit Urkunden für ihr ehrenamtliches Engagement; © RAG Rhein-Main, Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.
Andreas Dickerboom, Sprecher der Regionalen Arbeitsgruppe Rhein-Main, mit Besuchergruppe in der Anne-Frank-Ausstellung; © RAG Rhein-Main, Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.