Giovanni Arvaneh und Andrea Kathrin Loewig

„Jeder kann an Engagement teilhaben.“


Spurensuche im großen Ganzen: Vor Ort und darüber hinaus schauen

Wo beginnt Engagement? Im Kopf, vor der Haustür oder hinter dem Horizont? Diese Frage kann sich jeder und jede nur selbst beantworten, denn während für den Einen Möglichkeiten und Themen buchstäblich um die Ecke liegen, finden andere Inspiration auf überregionaler oder sogar internationaler Ebene – und immer häufiger auch in der digitalen Welt. Anregungen für jede denkbare Perspektive auf Mitgestaltung der Zivilgesellschaft finden sich auf diesem Portal viele.

Bundesweit (und) im Netz informieren

Nichts weniger als das große Ganze haben die World Citizen vor Augen mit ihrem Weltbürger-Ansatz. Den kann man bundesweit in Workshops erleben und daneben auch im Netz Cosmopolit werden – und dies über soziale Netzwerke auch weitersagen. Das Internet bietet auch denen, die beruflich oder privat recherchieren und schreiben, viele Chancen zur Teilhabe. Der Blog npd.info des Journalisten Patrick Gensing etwa beschreitet diesen Weg, und auch Schulprojekte wie die Mietek-Pemper-Internetseite des Paul-Klee-Gymnasiums in Gersthofen nutzen die Möglichkeiten des World Wide Web.

Konkret vor Ort bleiben

Engagement kann ganz klein und konkret vor Ort verwurzelt sein oder in die Welt hinausziehen – beides ist möglich und wichtig. Das Große im Kleinen etwa, also der Lauf der Welt, der sich im Lokalen und im Alltag der Menschen spiegelt, spielt für viele Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle. So wie beim Verdener Bündnis gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Toleranz: Seine Mitglieder setzen sich im wahrsten Sinne des Wortes ganz naheliegend dafür ein, dass ihre Heimatstadt nicht unter den Einfluss von NPD und Rechtsextremisten gerät. Noch näher ran ging eine andere Initiative: Nicht eine ganze Stadt, sondern eine einzelne Straße zu schützen, war das Ziel des Berliner Bündnisses Mitte gegen Rechts mit ihrem erfolgreichen Engagement gegen ein Ladengeschäft, das in der rechten Szene einschlägig bekannte Bekleidungsmarken verkaufte.

In die Ferne schweifen

Aber auch im (geografisch weit entfernten) Großen ist das Konkrete und Verortete ausschlaggebend. So spannen zum Beispiel die Freunde der Friedensorgel Sant’Anna di Stazzema einen Bogen von Essen in ein italienisches Toskana-Dorf und leisten dort mit dem Erinnern an die Verbrechen der SS einen Beitrag zu grenzüberschreitendem Austausch und Freundschaft vor Ort. Die interdisziplinären Kultur- und Bildungs-Projekte der Stiftung Elemente der Begeisterung wiederum sind in Leipzig verwurzelt, aber ihr Radius reicht bis nach Frankreich und Kreta und verbindet so junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen – politisch und kulturell, aber auch geografisch betrachtet.

Regional-lokal agieren

Zwischen internationalen Beziehungen und dem Lokalen liegt die Region. Die hat sich zum Beispiel das Bündnis Rheinhessen gegen Rechts auf die Fahnen geschrieben, dessen Mitglieder sich für die demokratische Kultur in ihrem Umkreis einsetzen. Und auch einige Regionale Arbeitsgruppen von Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. versuchen, sowohl in einen größeren Raum bis auf Länderebene hineinzuwirken als auch lokal zu handeln. Ein Beispiel hierfür ist die Regionale Arbeitsgruppe Baden-Württemberg und darin die Sektion Böblingen-Herrenberg-Tübingen.

Die Möglichkeit, etwas zu tun, ist immer da, egal wie weit oder eng das Ziel räumlich gesteckt ist und unabhängig davon, ob man sich in der analogen oder der digitalen Welt bewegen möchte. Wie die Beispiele zeigen, verbinden viele Projekte auch alle oder manche dieser Ebenen miteinander. In welchen Strukturen, mit welchen Ausdrucksformen, aus welchem Anlass heraus und ob als Pensionäre, Schüler oder altersmäßig irgendwo dazwischen sie dies tun, zeigen die anderen Rubriken dieses Portal-Überblicks.