Sandra Maischberger

„Es kommt immer etwas zurück, egal wie viel Zeit man investiert.“


Aus gegebenem Anlass: Erste Schritte gehen

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Stichwort im gesellschaftlichen Zusammenleben, Spontanität und schnelles Handeln zwei andere. Beide Seiten sind wichtig – und die Beispiele auf diesem Portal zeigen, dass einerseits kein Ziel zu weit gesteckt und andererseits kein Anlass zu begrenzt ist, um sich einzubringen. Es ist immer auch eine Frage der persönlichen Situation und des Themas vor Ort, ob Engagement eine dauerhafte Form finden kann oder ob es bei einer einzelnen Aktion bleibt. Und es ist auch eine Frage des Alters: Gerade jüngere Menschen, die nicht wissen, wohin Ausbildung oder Studium sie nach dem Schulabschluss verschlagen werden, finden in Projekten eher Anknüpfungspunkte als in festen Strukturen. Die Welt verändern kann das eine wie das andere.

Im Umfeld schauen

Was dies zeitlich begrenzt und im nächsten Umfeld heißen kann, haben zum Beispiel die Bewohnerinnen und Bewohner der Berliner Rosa-Luxemburg-Straße erfahren, die mit ihrem zeitlich begrenzten Bündnis Mitte gegen Rechts die Schließung eines Ladengeschäfts erwirken konnten, in dem in der rechten Szene eimschlägig bekannte Bekleidungsmarken verkauft wurden. In der Greifswalder Studierendengemeinde rund um Studierendenpfarrer Matthias Tuve wiederum machen sich immer wieder neue Generationen von Studierenden um die Stolpersteine der Stadt verdient. Wieviel aus dem Stand erreicht werden kann, zeigten ihre Bemühungen um die aktuelle Instandsetzung der von Unbekannten zerstörten Gedenksteine.

Nachhaltig wirken

Nicht selten entsteht aus einem einzelnen und akuten Anlass Langfristiges wie zum Beispiel im Fall der Pirnaer Aktion Zivilcourage. Heute verbirgt sich hinter diesem Namen ein breites Bündnis für Demokratie und Vielfalt mit eigenen Büros und finanzierten Stellen, am Anfang aber stand erst einmal eine Demonstration gegen rechte Umtriebe in der Stadt. Auch die von Studierenden gegründete Leipziger Stiftung Elemente der Begeisterung hat klein angefangen – mit einem künstlerischen Austauschprojekt deutscher und französischer Studierender. Und die Initialzündung für die politisch engagierten Sommertheater-Produktionen der Lübtheener Kulturkate bildete der Wunsch, sich den neuen Nachbarn vor Ort mit einem Theaterstück vorzustellen. Die Junge AG Pulverfabrik in Liebenau wiederum fand sich zusammen nach dem Zusammentreffen mit ehemaligen Zwangsarbeitern. Die Begegnung beeindruckt die jungen Menschen so sehr, dass für sie feststand: Der Austausch soll weitergehen.

Einen gezielten Schritt gehen

Mit zeitlich begrenzten Mitteln viel erreichen: In diesen Bereich fallen einmalige und kurzfristige Aktionen und Initiativen – auch und gerade im Internet, zum Beispiel in Form von Online-Petitionen oder Aktivitäten in sozialen Netzwerken. Die WorldCitizen etwa nutzen Youtube, Facebook & Co. nicht nur dafür, Informationen bereitzustellen, sondern rufen auf ihrer eigenen Webseite und in Social-Media-Plattformen auch dazu auf, sich aktiv zu einem Weltbürgertum zu bekennen und Aktionen ins Leben zu rufen.

Auch über die Frage nach Kurz- versus Langfristigkeit hinaus gibt es Parameter, an denen sich Menschen orientieren, die sich engagieren möchten. An welchem Ort, mit welchen Ausdrucksmitteln oder in welchen Strukturen kann und will man sich einbringen, und was passt zu welchem Alter? Die entsprechenden Rubriken dieses Überblicks nennen hierfür viele Beispiele.